Am 25. April 1925 gründeten einige begeisterte Fotoamateure im Café Friedl den Fotoclub Plattling. Sie verband die Leidenschaft für Fotografie und der Wunsch, ihre Fähigkeiten zu vertiefen, an Wettbewerben teilzunehmen und ihre Werke öffentlich zu präsentieren. Der Fotoclub entwickelte sich rasch zu einem festen Bestandteil des kulturellen Lebens der Stadt und prägt dieses bis heute.
1925 wurde Alois Urban zum ersten Vorsitzenden gewählt. Die Mitglieder trafen sich zweimal monatlich. Bereits in den Anfangsjahren zeigte der Club große Aktivität: 1927 erfolgte der Beitritt zum Verband der deutschen Amateurfotografen (VDAF), eigene Vereinsstatuten wurden erstellt und erste Wettbewerbe organisiert, darunter „Menschen bei der Arbeit“. Die Mitgliederzahl wuchs stetig, und der Club etablierte sich zum Treffpunkt für Fotobegeisterte.
Während des Zweiten Weltkriegs kam die Vereinsarbeit zum Erliegen. Fotoapparate wurden beschlagnahmt, doch einige Mitglieder konnten ihre Ausrüstung retten. 1951 rief Herr Wahleder zur Wiedergründung auf, und 22 Interessierte folgten dem Aufruf. Alois Urban wurde erneut Vorsitzender. Die regelmäßigen Treffen wurden wieder aufgenommen, und der Club knüpfte an seine Vorkriegsaktivitäten an.
1953 fand die erste Generalversammlung nach der Wiedergründung statt, an der 27 Mitglieder teilnahmen. Der Club organisierte zahlreiche Wettbewerbe und Ausstellungen, darunter die zweite Fotoausstellung in der Knabenschule, die über 2.000 Besucher anzog. 1954 erhielt Alois Urban die goldene Ehrennadel des VDAF. Wettbewerbe wie „Winter“ und „Unsere Isarbrücke“ prägten das Vereinsleben.
Die 1960er Jahre waren geprägt von gut besuchten Clubabenden, Reiseberichten und umfangreichen Diaserien. 1963 stellte die Ausstellung „Der Mensch in unserer Zeit“ einen Höhepunkt dar: Werke von 51 Autoren aus 14 Vereinen wurden präsentiert. Vereinsausflüge stärkten die Gemeinschaft und das Zusammengehörigkeitsgefühl.
Die frühen 1970er Jahre boten zahlreiche Aktivitäten, darunter Winteraufnahmen, Wandermappen und Vorträge bekannter Fotografen. 1975 feierte der Fotoclub sein 50-jähriges Bestehen mit einer großen Jubiläumsausstellung, die 50 Schwarz-Weiß-Bilder und 100 Farbdias zeigte. Alois Urban wurde für seine 50-jährige Vereinsleitung geehrt.
Die 1980er Jahre waren von organisatorischen Veränderungen geprägt, insbesondere durch mehrere Wechsel des Vereinslokals. Dennoch fanden regelmäßig Diavorträge, Ausflüge und gesellige Treffen statt. 1988 verstarb der Gründungsvater und langjährige Vorsitzende Alois Urban. Seine Verdienste wurden in einer würdigen Trauerfeier hervorgehoben.
Gesellige Treffen, Diskussionen und Diavorträge prägten die 1990er Jahre. Besonders beliebt waren die Reiseberichte von Mathias Hausler, der mit seinen Fahrradtouren durch Deutschland und Europa begeisterte. Auch Beiträge von Franz Schrötter, Helmut Nicke, Franz Thaller, Franz Schmid, Xaver Hankofer und Theo Krümpel hielten den Verein lebendig.
Helmut Nicke trat als Kassier zurück, Theo Krümpel übernahm das Amt. Franz Schmid präsentierte Reiseberichte aus Tschechien, der Slowakei und Ungarn. Ein Besuch beim Plattlinger Anzeiger bot Einblicke in die Redaktionsarbeit. Mathias Hausler zeigte den ersten Teil seines Vortrags „Auvergne – Land der Vulkane“.
Der zweite Teil des Auvergne-Vortrags wurde am 9. Januar gezeigt. Am 15. Februar lud Adolf Schweiger zu einem gemeinsamen Essen ein. Weitere Diavorträge von Theo Krümpel, Franz Thaller und Mathias Hausler rundeten das Jahr ab.
Am 12. März besuchten Studenten der Filmakademie den Club. Im September trat Johann Zeitzler dem Verein bei.
Zahlreiche Bildbearbeitungs- und Diavorträge prägten das Jahr. Eveline Reinhold erreichte den ersten Platz beim Südzucker-Wettbewerb, Josef Harant war unter den ersten zehn.
Theo Krümpel organisierte gemeinsam mit dem Nepomukverein eine Fotoausstellung, die am 15. Mai eröffnet wurde.
Das Jahr war geprägt von Vorträgen, darunter Makroaufnahmen von Janka und seiner Reise ins Heilige Land.
Ein Fotowettbewerb zum Thema „Unsere Heimat“ wurde gemeinsam mit dem Regenbogen Kunst- und Kulturverein und der Stadt Plattling organisiert. Am 10. Dezember traten die Vorsitzenden Hausler und Thaller zurück. Wolfgang Weiß trat dem Verein bei.
Der Club wechselte vom Bischofshof in den Aldersbacher Hof. Am 14. Januar fand die Jahreshauptversammlung statt: Josef Harant wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt, Eveline Reinhold zur zweiten Vorsitzenden, Walter Schwarz übernahm das Amt des Schriftführers. Neue Mitglieder waren Harald Keller und Melissa Faltermeier. Ein zentrales Projekt war das Fotobuch „Unsere Heimat“. Zur 125‑Jahrfeier der Stadterhebung wurde ein Fotowettbewerb organisiert. Ein Beamer wurde angeschafft.
Die Ausstellung „Impressionen am Wasser“ im Bürgerspital zeigte 35 Bilder von 23 Fotografen und zählte über 180 Besucher. Das Fotobuch „Unsere Heimat“ wurde über die Stadt Plattling, den Verbrauchermarkt Globus und die lokale Presse erfolgreich verkauft. Es gab regelmäßige Bildbesprechungen und Reiseberichte aus den USA, Malaysia und Botswana. Historische Dias von Karl Kraus wurden gezeigt und diskutiert.
In Zusammenarbeit mit dem Nepomukverein fand in deren Museum eine Ausstellung zum Thema „Gewässer – Flora & Fauna“ statt. 33 Bilder wurden ausgestellt, 78 Besucher kamen. Mathias Hausler und Theo Krümpel erhielten die Ehrenmitgliedschaften. Themenschwerpunkte der Monatstreffen waren Makro- und Porträtfotografie. Vorträge über eine Iranreise sowie die Bildbearbeitung mit Photoshop Elements waren wesentliche Inhalte der Treffen. Der Vereinsschaukasten an der Sparkasse wurde mit Stadtfahne und Magnettafel neugestaltet.
Im Bürgerspital wurde die Ausstellung „Die Farben des Regenbogens“ gezeigt. 14 Fotografen reichten 55 Bilder ein, von denen 35 ausgestellt wurden. Die Publikumspreise gingen an Karl Janker („Gockel“) und Konrad Steininger („Waldstimmung“). Der Club besuchte die Fotofreunde Straubing zu deren zehnjährigem Jubiläum. Frau Stadler, die Tochter des Vereinsgründers Alois Urban, erhielt die Ehrenmitgliedschaft. Bildbesprechungen behandelten unter anderem, einen Wildvogelpark und die Philippinen.
Die geplante Ausstellung „Nibelungen in Plattling“ im Bürgerspital wurde mangels Beteiligung abgesagt. Bildbesprechungen beschäftigten sich mit Nibelungenspiel, Volksfest, Budapest und Hermannstadt. Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) wurde thematisiert. Melissa Faltermeier wurde aus der Mitgliederliste gestrichen.
Vorträge und Bildbesprechungen behandelten Reisen nach Südafrika, eine Alpenüberquerung von Tegernsee nach Sterzing, Griechenland, die Verdon-Schlucht, Brasilien und Indien sowie die Makrofotografie. Eine Jahresabschlussfeier mit Imbiss bildete den geselligen Abschluss. Neue Mitglieder – Christoph Schreiner, Anton Simeth, Rudolf Sager und Rudolf Lehner.
Die geplante Ausstellung „Mei Plattling“ musste aufgrund der Corona-Pandemie verschoben werden; als neuer Termin wurde Mai/Juni 2021 ins Auge gefasst. Der Club beging sein 95‑jähriges Jubiläum mit einem Rückblick auf die Vereinsgeschichte und die bisherigen Vorsitzenden. Das Vereinslokal wechselte vom LEMI zum ESV‑Vereinsheim. In einem Vortrag wurde die Bildbearbeitung mit RAW- und JPG‑Formaten diskutiert. Xaver Hankofer erhielt anlässlich seines 90. Geburtstags die Ehrenmitgliedschaft.
Die Ausstellung „Mei Plattling“ konnte im Bürgerspital nachgeholt werden. Es wurden 56 Bilder eingereicht, 30 davon ausgestellt. Publikumspreise erhielten Sabrina Weigl, Jürgen Steiger und Josef Dierl, Jurypreise gingen an Alois Lehner und Nico Englsberger. Aufgrund der Pandemie fanden die Monatstreffen teilweise digital statt. Die Vereinsstruktur und die Besetzung des Vorstands wurden diskutiert, Josef Harant trat als Vorsitzender zurück, und Neuwahlen wurden vorbereitet.
2022 wurde ein neuer Vorstand gewählt: Alois Lehner übernahm das Amt des ersten Vorsitzenden, Christoph Schreiner wurde zweiter Vorsitzender, Ida Reich‑Zellner Kassierin und Walter Schwarz blieb weiterhin Schriftführer. Eine neue Clubsatzung wurde verabschiedet. Das Vereinslokal wechselte ins Gasthaus Spitzenberger. Bilder des Clubs wurden im Schaufenster des Plattlinger Anzeigers präsentiert. Der Verein trauerte um das Ehrenmitglied Hans Zeitzler, der am 10. Oktober verstarb.
Im Jahr 2023 standen organisatorische Veränderungen im Mittelpunkt. Da das bisherige Vereinslokal geschlossen wurde, begann die Suche nach einem neuen Treffpunkt. Eine Anfrage zur Nutzung des Pfarrheims blieb erfolglos, schließlich fand der Club im Bürgerhaus Plattling eine neue Heimat. Die mit der Raumnutzung verbundenen Kosten machten eine Beitragserhöhung notwendig. Am 14. Juni wurde in einer Mitgliederversammlung die Erhöhung des Mitgliedsbeitrag auf 20 Euro/Jahr beschlossen. Das Vereinsleben war von regelmäßigen Treffen mit Bildbesprechungen geprägt. Ein besonderer Programmpunkt war ein Vortrag im Nawareum in Straubing. Im Laufe des Jahres ergab sich die Möglichkeit, zwei Schaufenster in der leestehenden Drogerie Gätzschmann am Ludwigplatz mit Fotografien zu gestalten. Der Austausch mit dem Fotoclub Waldkirchen wurde intensiviert, unter anderem durch gegenseitige Bildbewertungen und einem Besuch zur Jurierung eines Fotowettbewerbs. Das Jahr endete mit einem Bilderabend über Costa Rica von Alois Lehner.
Das Jahr 2024 war durch organisatorische Stabilisierung und die Vorbereitung des anstehenden 100-jährigen Club-Jubiläums geprägt. Der Ausstellungsraum in der Drogerie Gätzschmann musste wieder geräumt werden. Neue Ausstellungsfenster im Bichlmeier-Haus (ehemals Blumen Wagner) am Preysingplatz wurden gestaltet und bestückt. Bei den Mitgliedertreffen wurden weiterhin regelmäßig Bilder besprochen. Ein Pressebericht von Franz Bauer in der Plattlinger Zeitung (24. Aug. 2024) zum Thema „Libell-Flug hier, Modellflug da“ brachte den Club in die Öffentlichkeit.
Ein Höhepunkt war der Reisevortrag von Karin Stein über Namibia, den acht Mitglieder und dreizehn Gäste besuchten. Gegen Jahresende rückten die Planungen für das Jubiläumsjahr 2025 stärker in den Mittelpunkt. Richard Sager trat dem Club erneut bei.
Das Jahr 2025 markierte ein zentrales Jubiläum in der Geschichte des Vereins. Zu Jahresbeginn wurden die Termine für die Nutzung des Seminarraums festgelegt und das Bürgerspital als Ort der Jubiläumsausstellung reserviert. Ein wichtiger Beitrag zur Dokumentation der Clubgeschichte war die Digitalisierung der Archivunterlagen durch Hans Diewald.
Mit Unterstützung durch die Integierte Ländliche Entwicklung (ILE) konte ein neuer Monitor für den Seminarraum angeschafft werden.
Im Juni übergab Fritz Apfelbeck von der Plattlinger Zeitung die Kopie eines Zeitungsartikels, wodurch die Gründung des Fotoclubs zum 29. April 1925 nachvollzogen werden konnte. Die Jubiläumsausstellung im Bürgerspital wurde für Oktober 2025 geplant. Flyer und Plakate wurden vorbereitet. Die Jubiläumsausstellung fand schließlich vom 18. bis 26. Oktober 2025 im Bürgerspital statt. Sie wurde von den Mitgliedern und der Öffentlichkeit sehr positiv aufgenommen.
Das Jahr 2025 war geprägt von der Trauer um unser verstorbenes Ehrenmitglied Franz Schmid, dessen jahrzehntelange Verbundenheit und Verdienste um den Verein gewürdigt wurden. Markus Schmid und Silke Wölfel traten dem Club bei.
Chronik erstellt von: Schwarz Walter





